8 Räder
im 4/4 Takt
Wir sind seit unserer Kindheit durch eine Kinderlähmung
gehbehindert. Meine Frau ist
mit einem Stützapparat noch bedingt gehfähig, während
ich mich im Rollstuhl bewege.
Nichts desto trotz, oder vielleicht gerade deswegen geben
wir uns beide voll und ganz
unserer Leidenschaft hin, dem Tanzen.
So reifte nach und nach die Idee heran, ein Tanzpaar, bestehend
aus zwei Rollstuhl-
fahrern zu formen. Dieses Unternehmen, so logisch es doch
erscheinen mag, war in
Deutschland bisher nur vereinzelt angegangen worden.
Die Anerkennung, die uns zukommt, lässt jedoch erahnen,
dass Duo - Dance mehr sein
muss als nur das harmonische Zusammenspiel zweier Tanzender.
Es erscheint als
würde etwas geradegezogen, das man im Alltag nur verzerrt
wahrnimmt. Das Bild,
welches sich ein Fußgänger von einem Rollstuhlfahrer
macht, gleitet ab ins grundlegend
Falsche.
In der Welt der Musik, des Rhythmus, existieren keine Barrieren
der Machbarkeit
mehr. Fußgänger und Rollstuhlfahrer unterscheidet
allenfalls eine Verschiedenartigkeit der
Fortbewegung, nicht jedoch deren Garantie der individuellen
Mobilität und Variabilität. Es
ist der Weg bewussten Lebens mit einer Behinderung, welcher
uns die Möglichkeit gibt,
so zu leben, wie wir es wünschen
.Wir vereinen in unseren Darbietungen den unterhalterischen
Anspruch, ein
Publikum zu jeder Zeit durch unsere tänzerische Qualitäten
mitzureißen, wie
auch den Gedanken zu vermitteln, dass eine akzeptierte Behinderung
keine
wirkliche Einschränkung für jemanden darstellt,
der sich nicht selber
einschränken möchte.
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